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VoIP-Anbieter: worauf du beim Vergleich achten solltest


Jolijn Buitelaar
Update: 03 November 2026 | Lesezeit: 5 Minuten

Kurz zusammengefasst

  • VoIP heißt telefonieren über das Internet statt über eine Telefonleitung. Günstiger, flexibler und ohne separaten Anschluss.
  • Der größte Nachteil: dein Gespräch ist nur so gut wie deine Verbindung. Wackeliges WLAN hörst du sofort.
  • Bei Rinkel telefonierst du am Handy über das Mobilfunknetz, dort spielt das also keine Rolle. Über das Webphone läuft das Gespräch dagegen über das Internet.

Das Kupfernetz wird abgeschaltet, und damit landet fast jedes Unternehmen bei VoIP. Die Frage ist also nicht mehr ob, sondern bei wem.

In diesem Beitrag liest du, was VoIP eigentlich ist, welche Vor- und Nachteile es wirklich hat und worauf du beim Vergleich von Anbietern achten solltest. Ohne Verkaufsgerede, denn wir nutzen VoIP selbst auch.

Was ist VoIP?

VoIP steht für Voice over Internet Protocol. Es bezeichnet Telefonie, bei der Gespräche über die Internetverbindung laufen statt über eine klassische Telefonleitung. Im Deutschen wird das auch IP-Telefonie genannt.

Deine Stimme wird in Datenpakete umgewandelt, über das Internet geschickt und am anderen Ende wieder in Ton zurückverwandelt. In der Praxis merkst du davon nichts. Du telefonierst wie immer, nur nimmt das Gespräch einen anderen Weg.

Die analoge Kupferleitung ist in Deutschland so gut wie Geschichte. Einen neuen Anschluss bekommst du kaum noch. Für die meisten Unternehmen ist VoIP damit weniger eine Entscheidung als die Ausgangslage.

Vorteile von VoIP

Du brauchst keinen separaten Anschluss. Keine Leitungsmiete, keine Installation, kein Techniker vor Ort. Du nutzt die Internetverbindung, die du ohnehin hast.

Du zahlst einen festen Betrag pro Nutzer. Meist monatlich, ohne die Hardware- und Wartungskosten einer physischen Telefonanlage. Wächst dein Team, kommt ein Nutzer dazu.

Du bist nicht an einen Ort gebunden. Deine Geschäftsnummer funktioniert, wo immer du bist, und du nimmst auf dem Gerät ab, das gerade passt.

Dazu kommt, dass Funktionen, die früher teure Hardware brauchten, heute in der Software stecken. Ein Sprachmenü, Öffnungszeiten oder eine Weiterleitung richtest du selbst ein, ohne dass jemand kommen muss.

Nachteile von VoIP

Dein Gespräch ist nur so gut wie deine Verbindung. Das ist der eigentliche Nachteil und der einzige, den du täglich merkst. Hakt das WLAN, hakt das Gespräch. Fällt das Internet aus, fällst du aus.

Du hängst an einem einzigen Punkt. Eine Störung beim Internetanbieter legt auch deine Telefonie lahm. Bei einer klassischen Leitung waren das zwei getrennte Dinge.

Die Qualität schwankt je nach Standort. Im Büro läuft es gut, im Keller oder in einem Altbau mit dicken Wänden merkst du den Unterschied. Und auf der Baustelle oder unterwegs gibt es oft gar kein stabiles WLAN.

Was oft als Nachteil genannt wird, in der Praxis aber selten einer ist: die Sprachqualität. Bei stabiler Verbindung klingt VoIP besser als eine analoge Leitung, weil mehr Bandbreite zur Verfügung steht.

Wie gut muss deine Internetverbindung sein?

Weniger gut, als du denkst. Ein Gespräch braucht etwa 100 kbit/s pro Richtung, das schafft auch eine bescheidene Leitung. Bandbreite ist selten das Problem.

Worauf es ankommt, ist Stabilität. Eine schnelle Verbindung, die abbricht, ist schlechter als eine langsame, die hält. Achte also auf Aussetzer und nicht auf die Zahl im Speedtest.

Hinweis: das schwache Glied ist häufiger das WLAN als dein Internetanschluss. Wenn ein Gespräch stockt, der Speedtest aber gut aussieht, liegt es meist an der Reichweite des Routers oder an einem ausgelasteten Netzwerk.

Nutzt Rinkel VoIP?

Teilweise. Und genau dieser Unterschied entscheidet, wann du von deiner Internetverbindung abhängst und wann nicht.

Rinkel ist ein Anbieter für Geschäftstelefonie. Du bekommst eine Geschäftsnummer, die du auf dem Handy und am Laptop nutzt. Wie das Gespräch läuft, hängt davon ab, welches Gerät du nimmst.

Am Handy, über die Rinkel-App

Dein Gespräch läuft über das Mobilfunknetz deines Telefons, nicht über das Internet. Du hast also dieselbe Netzabdeckung wie beim Telefonieren mit deiner privaten Nummer. Schlechtes WLAN, ein Keller oder eine Baustelle ändern daran nichts, weil du das Netz nutzt, das du ohnehin immer nutzt.

Am Laptop, über das Webphone

Hier telefonierst du über das Internet, das ist also VoIP. Du brauchst eine stabile Verbindung, wie bei jeder anderen VoIP-Lösung auch.

Kurz gesagt: am Handy hängst du nicht am Internet, am Laptop schon. Du wählst das Gerät also danach, wo du gerade bist. Ist das WLAN unsicher, nimmst du das Handy und merkst nichts davon.

Worauf solltest du bei einem VoIP-Anbieter achten?

Schreib zuerst auf, wo du am meisten telefonierst. Ein Büro mit festem WLAN ist etwas anderes als unterwegs oder beim Kunden vor Ort. Danach gehst du diese Punkte durch.

  • Was passiert, wenn die Verbindung ausfällt? Das ist die wichtigste Frage und sie wird selten gestellt. Frag nach, wie der Anbieter das auffängt.
  • Auf welchen Geräten funktioniert es? Handy und Laptop, und kannst du beide mit derselben Nummer abwechselnd nutzen?
  • Was ist im Tarif enthalten? Fester Betrag pro Nutzer oder Abrechnung pro Minute, und sind die Funktionen, die du brauchst, in deinem Paket dabei?

Außerdem: prüfe, ob du deine bestehende Rufnummer mitnehmen kannst und was das kostet, wie lang die Vertragslaufzeit ist, und ob du Einstellungen wie das Sprachmenü selbst ändern kannst, ohne anzurufen. Und ruf den Kundenservice an, bevor du Kunde wirst. Dann weißt du gleich, wie es läuft, wenn du wirklich etwas brauchst.

Hinweis: eine lange Vertragslaufzeit drückt den Monatspreis, aber dein Unternehmen verändert sich schneller als drei Jahre. Rechne nach, was du tatsächlich sparst, bevor du unterschreibst.

Und ein Punkt, der in Deutschland dazukommt: frag nach dem Standort der Server und danach, ob der Anbieter einen Auftragsverarbeitungsvertrag anbietet. Bei Telefonie laufen Verbindungsdaten mit, und die fallen unter die DSGVO.

 

Für die meisten kleinen Unternehmen und Selbstständigen ist VoIP die logische Wahl, schon weil die klassische Festnetzleitung kaum noch existiert. Die Vorteile sind real, der Nachteil auch: dein Gespräch ist nur so gut wie deine Verbindung.

Die Frage ist also nicht, ob du VoIP willst, sondern wo du telefonierst und was passiert, wenn die Verbindung wegbricht. Beantworte das zuerst und wähle danach einen Anbieter.

Neugierig, wie wir das lösen? Wähl deine Geschäftsnummer und du bist in 3 Minuten erreichbar.


Häufige Fragen

VoIP steht für Voice over Internet Protocol und bezeichnet Telefonie über die Internetverbindung statt über eine klassische Telefonleitung. Im Deutschen auch IP-Telefonie genannt.

Keiner. Es sind zwei Begriffe für dasselbe. IP-Telefonie ist die deutsche Bezeichnung, VoIP die internationale.

Die Abhängigkeit von der Internetverbindung. Fällt sie aus oder ist das WLAN instabil, merkst du das sofort im Gespräch.

Nein. Telefonieren über das Internet braucht Internet. Bei Rinkel läuft das Gespräch am Handy über das Mobilfunknetz, dort tritt das Problem also nicht auf. Über das Webphone schon.

Etwa 100 kbit/s pro Gespräch und Richtung. Bandbreite ist selten das Problem, Stabilität schon.

Meistens ja, über die Rufnummernmitnahme. Prüfe vorab, ob Kosten anfallen und wie lange der Wechsel dauert.